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26 Mrz

Wer ist Ruth? Teil 2

Ruth Garthe

Nachdem ich wieder hergestellt war und mein Leben sich etwas normalisiert hatte, begann ich im April 2013, in Mannheim, mein BWL-Studium mit der Studienrichtung Mode-, Marken-, und Trendmanagement. Ich suchte mir meine erste eigene Wohnung und dann passierte das, womit ich niemals gerechnet hätte …

Single, Parties und der eine Mann

Ich war zu dieser Zeit sehr viel am Wochenende mit meiner Freundin Jana feiern. Alles, was ich zu dieser Zeit wollte, war einfach nur “frei sein” und Spaß haben. Also gingen wir in Clubs und tanzten die ganze Nacht. Auch in dieser einen Nacht am 18.08.2013 waren wir zusammen in Mannheim unterwegs.

In dieser Nacht wurde ein bedeutender Baustein meines Lebens gesetzt. Denn niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass ich in dieser Nacht meinen zukünftigen Mann kennen lerne. Gerrit sprach mich nach alter Schule einfach im Club an. Das gefiel mir. Er war charmant und freundlich. Er sagte ich wäre ihm aufgefallen und seine Freunde wollen gerade schon gehen, aber er wollte mich noch suchen, um mich nach meiner Nummer zu fragen. Meine Nummer bekam er an dem Abend allerdings nicht, denn die rückte ich nicht so einfach raus. Was er aber bekam, war mein Name für eine Facebookanfrage.

Eines müsst ihr wissen: Einen neuen Mann kennen zu lernen war in dieser Situation für mich überhaupt nicht mein Plan. Im Gegenteil, ich wollte gar keine Beziehung, denn ich war gerade mal ein Jahr Single, begann mein Studium, zog nach Mannheim und war gerade mal 21. Aber ja, auch ich habe lernen dürften, dass Pläne sich ändern und das Leben manchmal andere Wege nimmt, als die geplanten.

Single-Leben ja oder nein?

Nach ein paar Dates war es eigentlich schnell klar, ich hatte wohl einen neuen Freund. Weil wir beide im Leben gerne schnell unterwegs sind, war meine neue Wohnung dann auch bald Geschichte und ich zog nach einem halben Jahr zu ihm. Crazy, wenn ich heute daran denke. Mit der Rosabrille auf stürzten wir uns beide in ein Abenteuer der Extraklasse.

Die Sache mit der Wohnung

Wir wohnten zusammen auf “geräumigen” 35 qm. Dass wir so zusammen eine ganze Weil ausharren würden, war uns zu dem Zeitpunkt noch nicht bewusst. Ich studierte, Gerrit arbeitete. Wir suchten immer mal wieder mach einer Wohnung, aber das gestaltete sich sehr schwierig, denn Gerrit machte sich kurze Zeit darauf selbstständig, ich war noch Studentin und nach meinem Studium machte ich mich dann nur wenig später auch selbstständig. So gestaltete sich die Wohnungssuche mit zwei Solo-Selbstständigen, die gerade mal angefangen hatten, sehr schwer. Also arrangierten wir uns ab einem gewissen Zeitpunkt mit der Situation.

Eine harte Probe

Insgesamt wohnten wir 4 Jahre zusammen in der kleinen Stadtwohnung. Das hat unsere Beziehung echt auf eine harte Probe gestellt. Unsere Freunde haben uns immer gefragt wie wir das überhaupt schaffen konnten. Das Ganze hatte natürlich auch seinen Preis. Unsere Beziehung hielt zwar irgendwie, aber sie war schon sehr beansprucht dadurch. Gerade die Zeit in der wir beide selbstständig waren hatte es echt in sich. Und eine kurzzeitige Trennung nach zwei Jahren Beziehung hatte das Ganze auch zur Folge. Wir rafften uns aber wieder zusammen und wollten weiter an unserer Beziehung arbeiten.

Ich lerne dankbarer zu sein

Was ich für mich aber in dieser Zeit echt gelernt habe, ist Verzicht, Minimalismus und Durchhaltevermögen. Ich komme aus einer Familie, in der es mir an nichts gefehlt hat. Wir hatten mehr als wir brauchten, wir hatte ein riesiges Haus und den Lebensstil, den wir durch unsere Eltern ermöglicht bekamen, war nicht selbstverständlich. Ich denke, man könnte aus dieser Perspektive schon sagen, dass ich verwöhnt war. Ich versuchte aber sehr schnell selbst klar zu kommen und meinem Eltern nicht mehr auf der Tasche zu liegen.

Diese Wohnsituation und all die “Entbehrungen”, die ich quasi dadurch hatte, lehrten mich viel dankbarer zu sein für das was wir hatten. Ich erzählte ja schon im ersten Teil, dass ich in einer behüteten Blase aufgewachsen bin. Diese Blase hielt sich wie eine Seifenblase eine Weile ganz gut in der Luft, aber dann platze sie eben irgendwann doch.

Vom Studium zur Modebloggerin

Nochmal ein kurzer Sprung zurück: Mein Studium lief ziemlich gut. Die mittelmäßigen Noten aus der Schule waren Geschichte. Ich denke, es ist wie so oft im Leben, wenn man etwas tun kann, das man richtig gerne macht, dann ist man auch gut darin. Während des Studiums gründete ich zusammen mit Gerrit damals meinen Modeblog. Er fragte mich eines Tages, ob ich gerne auch einen Blog haben möchte, da er wusste, dass ich sehr gerne andere Blogs las.

Ich wäre glaube ich selbst nie auf die Idee gekommen, weil die technischen Hürden für mich gefühlt so lang waren wie die chinesische Mauer. Für Gerrit war das Ganze ein Klacks und drei Tage später hatte ich einen Blog. Für alle, die das nicht wussten: Mein Blog hieß damals Cosmofashiontan. Ich wollte damals, trotz alle Überredungsversuche von Gerrit, auf keinen Fall meinen eigenen Namen benutzen, weil ich das ziemlich uncool fand. Aus heutiger Sicht kann ich es beim beste Willen nicht verstehen, warum ich diesen bescheuerten Namen nehmen konnte. Keiner verstand es, keiner konnte es richtig ansprechen. Aber auch ich habe mich ja weiterentwickelt und den Blog dann vor 3 Jahren auf meinen Namen Ruth Garthe umbenannt, was eine sehr gute Entscheidung war!

Mein Studium beendete ich mit einem 1er Schnitt und machte mich direkt danach, wie oben schon kurz angerissen, mit meinem Blog selbstständig.

Die Selbstständigkeit

Da ich sowieso in der Modebranche arbeiten wollte und der Blog mir eine Perspektive bot, die sehr verlockend war, entschied ich mich für diesen Schritt. Ich hatte ein kleines finanziellen Polster und gab mir selbst ein halbes Jahr Zeit, um zu schauen, wie das ganze Vorhaben läuft.

Irgendwie funktionierte das Ganze, besser als ich es mir vorstellte und schnell war klar, dass das jetzt erst mal mein Job sein wird. Was viele nicht wissen: Neben dem Blog unterstütze ich auch Firmen im Bereich Social Media. Selbstständig zu sein, gibt mir das Gefühl von Freiheit, aber birgt in allen Freiheiten, die ich dadurch habe natürlich auch Tücken.

Sich immer wieder selbst zu motivieren, diszipliniert seinen Tagesplan zu gestalten und immer dran zu bleiben, auch wenn schwache Zeiten kommen, stellte mich vor eine neue Herausforderung, mit der ich auch nach 3 Jahren Selbstständigkeit teilweise immer noch zu kämpfen habe.

2018 – der Anfang von etwas Großartigem

Mein Leben plätscherte so dahin bis zum Jahr 2018. In diesem ziemlich heißen Sommer veränderte sich mein Leben und mein Denken noch einmal radikal. Der wohl lebensverändernste Abschnitt meines bisherigen Lebens sollte beginnen …

Fortsetzung folgt …

Wenn Du “Wer ist Ruth? Teil 1” noch nicht gelesen hast, dann hole das doch gleich mal nach.

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