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20 Mrz

Wer ist Ruth? Teil 1

Ruth Garthe

Wer ist eigentlich Ruth? Wer ist die Frau hinter dem Fashion, Travel und Lifestyle Bog ruthgarthe.com? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, möchte ich heute einfach mal aus dem Nähkästen plaudern und euch von mir und meinem Leben erzählen. Eines sei schon mal gesagt: So private Einblicke habe ich euch noch nie gegeben.

Wie alles begann

Ich, Ruth, wurde am 28.01.1992 in Speyer geboren. Ich wuchs mit zwei Geschwistern, meiner kleinen Schwester Carmen und meinem großen Bruder Philipp, in einem Dorf in der Pfalz auf. So weit ich mich erinnern kann, hatte ich echt eine schöne Kindheit, für die ich heute sehr dankbar bin. Ich liebte es auf Bäume zu klettern, auf der großen Blumenwiesen am Feldrand wilde Blumensträuße zu pflücken, meiner Mama beim Kochen zu helfen, in den Kindergarten zu gehen, verkleiden zu spielen, zu malen und bei unserer indonesischen Nachbarin zu sein. Sie war wie meine zweite Mutter in der Umbauphase unseres Hauses und ich durfte dort das indonesische Essen mit Händen essen. Das war sehr prägend für mich. Bereits als kleines Mädchen kamen also so manche Leidenschaften ans Licht, die ich heute, sagen wir, Erwachsenen gerecht professionalisiert habe. Die kreative und modische Ader war auf jeden Fall schon in jungen Jahren bei mir sichtbar.

Schulzeit: Freundinnen, Ehrenrunde, Pubertät

Machen wir einen kleinen Sprung: Nach der 4. Grundschulklasse, ging ich auf ein altsprachliches Gymnasium in Speyer. An meine Schulzeit erinnere ich mich mit einem weinenden und einem strahlenden Auge. Es war schon eine ganz schöne Achterbahn der Gefühle und auch nicht immer leicht, besonders während der Pubertät. Ob ich gerne in die Schule ging? Sagen wir es mal so: Ich glaube ich hab’ mich so durchgewurschtelt. Mein strahlendes Auge bezieht sich an dieser Stelle mehr auf meine Freundinnen und Freunde, die ich in der Schule hatte und zum Teil heute noch habe. Da Fremdsprachen, und vor allem auch Latein, nie so mein Ding waren, was zu meiner Verteidigung natürlich auch an den Lehrern lag *schmunzel*, musste ich notgedrungen die 8. Klasse wiederholen. Ja, ich bin eine Ehrenrundenkandidatin. Aus heutiger Sicht war es das Beste, was mir passieren konnte, denn ich durfte in eine Klasse wechseln, die einfach nur toll war. Wenn das nicht passiert wäre, würden mir heute zwei meiner drei liebsten und längsten Freundinnen fehlen. Vieles Schlechte hat eben auch etwas Gutes.

Nun ja, auf jeden Fall hab ich mich dann weiter durchgewurschtelt und schaffte es in die Oberstufe. Ich war immer eine von den Schülern, die so im Mittelfeld gespielt haben. In manchen Fächern waren mir gute, oder sehr gut Noten immer wichtig, in anderen kam ich auch gut mit einem befriedigend oder ausreichend zurecht. Meine Lieblingsfächer waren, vielleicht könnt ihr es schon erraten, Kunst und Sport. Absolute Hassfächer waren Chemie, Physik und Mathe. Chemie und Physik konnte ich zu meiner großen Freude in der Oberstufe abwählen. Da ich in Rheinland-Pfalz auf der Schule war und es damals kein Zentralabitur bei uns gab, durften wir unsere Leistungskurse nach einem bestimmten System selbst wählen. Ich wählte Kunst (wär hätte es gedacht), Deutsch und Biologie (war nicht unbedingt mein Favorit, da musste ich aber durch).

Das veränderte mein Leben schlagartig

Mein Leben war bis zur 12. Klasse sehr behütet. Ich hatte nie mit größeren Schwierigkeiten zu kämpfen oder hatte krasse Schicksalsschläge zu verkraften. Klar gab es mal etwas, das nicht so optimal gelaufen ist, aber aus heutiger Sicht bin ich unglaublich dankbar für meine Erziehung, meine Eltern und all das was sie mir weitergegeben haben. Doch irgendwann im Leben kommt früher oder später eben doch ein schwarzes Loch. Mein schwarzes Loch war die Trennung meiner Eltern und meine Panikattacken.

Die Trennung meiner Eltern war für mich, obwohl ich schon 19 oder 20 Jahre alt war, sehr schlimm. Viele Eltern meiner Freunde waren schon getrennt, dazu gab es auch immer die wildesten und schlimmsten Geschichten, aber ich dachte immer, mich würde das nicht treffen. Aber es traf mich/uns eben doch. Die genauen Umstände möchte ich an dieser Stelle nicht erläutern, denn diese sind doch etwas zu privat.

Eines kann ich aber sagen: Ich glaube mittlerweile, es ist egal in welchem Alter sich ein “Kind” befindet, wenn sich die Eltern trennen, es ist immer schlimm und hinterlässt seine Spuren. Denn ab dem Zeitpunkt gibt es diese Familie nicht mehr, wie sie ursprünglich mal war. Alles verändert sich dadurch. Also wäre das nicht schon genug gewesen, bekam ich in dieser Zeit (vermutlich auch durch gegebenen Anlass) Panikattacken. Auf die Panikattacken-Thematik werde ich in einem anderen Beitrag mal etwas genauer eingehen, das würde hier jetzt den Rahmen sprengen.

Fühlt sich so Erwachsen sein an?

Auf einmal war das Leben nicht mehr so leicht, sondern irgendwie wurde mir in dieser Zeit die volle Wucht des Erwachsenwerdens bewusst. Trautes Heim war nicht mehr. Das hört sich vielleicht jetzt alles sehr drastisch an, aber gefühlsmäßig war es für mich auch so. Ich wurde da aus meiner Blase gerissen, in der ich die ganze Zeit über war. Aus heutiger Sicht hatte aber auch diese schreckliche Phase etwas Gutes. Ich verlor meine Naivität dem Leben gegenüber, ich wurde stärker und übernahm noch mehr Verantwortung für mein eigenes Leben.

Trotzdem war es alles andere als leicht, als labiler Mensch das Abitur zu schreiben. Ich weiß auch echt nicht wie ich das geschafft habe. Zu dieser Zeit wussten auch nicht viele Menschen von meinen Problemen und ich versuchte einfach so normal wie möglich weiter zu machen. Ich wollte nicht die Ruth mit den familiären Probleme und den Panikattacken sein. Ich wollte nach Außen hin immer stark wirken.

Abitur, meine Auszeit, Reset

Nichts desto trotz, schaffte ich mein Abitur mit einer 2,9. Die Wege standen mir damit nicht gerade in alle Richtungen offen, aber ich war zu dem Zeitpunkt einfach nur froh endlich mit der Schule fertig zu sein und diesen Abschnitt hinter mir zu lassen. Um erst mal wieder mit meinem Leben klar zu kommen, nahm ich mir nach dem Abi ein Jahr Pause, bevor ich anfing zu studieren. In dieser Zeit konnte ich zur Ruhe kommen und bekam auch meine Panikattacken in den Griff. Außerdem ging ich für drei Monate nach Florida als Au Pair. Es war echt gut mal rauszukommen und den ganze Mist einfach mal hinter sich zu lassen. Schlussendlich trennte ich mich noch von meinem damaligen Freund, mit dem ich während der Schulzeit vier Jahr lange zusammen war. Ich habe in meinem Leben quasi den Reset-Knopf gedrückt.

Nachdem ich wieder hergestellt war und mein Leben sich etwas normalisiert hatte, begann ich im April 2013, in Mannheim, mein BWL-Studium mit der Studienrichtung Mode-, Marken-, und Trendmanagement. Ich suchte mir meine erste eigene Wohnung und dann passierte das, womit ich niemals gerechnet hätte …

… Fortsetzung folgt 🙂

2 Comments
  • Samira

    Liebe Ruth, was für ein schöner Beitrag! Ich lese wirklich gerne deine Texte <3 (auch wenn ich viele Sachen davon schon wusste) 😉

    21. März 2020 at 15:43 Antworten

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