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7 Jan

Wenn das Herz heilt

Ruth Garthe, Snake Print, Schlangenmuster Kleid, Fashionblogger, Blogger Mannheim

Meine Wahrheit über mich selbst

Ich dachte, ich muss immer stark und dominant sein. Ich dachte, ich muss dieses oder jenes erfüllen, um Anerkennung zu bekommen, angenommen zu werden, geliebt zu werden. Ich muss die eierlegende Wollmilchsau sein, die die Gesellschaft von mir erwartet. Ich muss alles planen und durchziehen und das aber möglichst angepasst. Ich muss die sein, die alles unter Kontrolle hat. 

So habe ich gelebt. So habe ich über mich gedacht. Das war meine eigene bittere Wahrheit über mich selbst. Das Schlimme daran ist: ich wusste in meinem Inneren immer, dass das alles unmöglich ist und mit Sicherheit auch nicht gut für mich ist und früher oder später ziemlich schief gehen wird, aber ich musste irgendwie überleben. 

Dieses Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, Schwäche zu zeigen, verletzlich zu sein, die zu sein, die leider an ihren eignen falschen Maßstäben versagt, ist ganz schön hart. Das Resultat: Die Unsicherheit, die innere Einsamkeit, die Selbstzweifel und die Lügen wachsen ständig mit. Die Suche nach Bedeutung, Sicherheit und Liebe wächst ins unermessliche. Ich war durstig, aber der Durst konnte nicht mehr gestillt werden.

Ich habe meine Rolle gut gespielt

Das Ding ist, dass dieses Leben eine lange Zeit so für mich ziemlich gut gelaufen ist. Ich habe das so, wie oben aufgelistet, nämlich gar nicht gesehen, denn ich habe meine Rolle ziemlich gut gespielt und wurde darin auch noch bestärkt und bestätigt. Es ist immer einfacher eine Lüge zu glauben, wenn andere aus der Lüge versuchen eine Wahrheit zu machen. 

Ich glaube, fast niemand dachte so über mich, wie ich es oben beschrieben habe — im Gegenteil. Ich war die starke und selbstsichere Ruth. Die Frau, der irgendwie alles gelingt was sie tut. Die Frau, bei der nach Außen hin alles ziemlich perfekt wirkte. Die Frau, die eigentlich selbst nie wirklich Probleme hat. In meinem Inneren sah das aber ganz anders aus. Ich war natürlich verletzlich, mit Kritik konnte ich kaum oder nur schwer umgehen, mein Selbstwertgefühl war aus heutiger Sicht ziemlich klein (es fühlte sich aber ziemlich groß an, wieso auch immer). Wie gesagt, ich habe meine Rolle echt gut gespielt. 

Jede Serie ist irgendwann mal zu Ende

Leider hat jede Serie irgendwann mal ihr Ende. Meine Serie hatte Mitte 2018 ihre letzte Staffel. Der Moment, in dem ich Gott fand, veränderte mein Leben und mein Denken. Nicht, weil ich das so wollte, sondern weil es einfach passiert ist. Rational lässt sich sowas nicht beschreiben und es ist auch alles andere als einfach zu erklären.

Mein gefundener, wunderbarer neuer Schatz hat einen Preis: Der Preis ist, mein altes Leben zu hinterfragen, abzulegen und neu anzufangen. Ich hatte davon gehört — ich wusste aber nicht, was es bedeutet. Ich empfand mein Leben — und so wie ich es lebte — als gut. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich etwas ändern müsste und das was der Irrglaube Nummer 1. Eins wurde mir auf jeden Fall schnell klar: Gott macht keine halben Sachen.

Was sich in meinem Leben verändert hat

Versteht mich jetzt nicht falsch. Ich meine damit nicht, dass ich mein ganzes Leben verändert habe. Nach Außen hin sind die Dinge gleich geblieben: Job, Leidenschaften, Wohnort, Freunde etc.

Ich spreche hier von inneren Einstellungen, Verhalten und Denkweisen — diese haben sich verändert.

Ein Jobwechsel wäre dagegen einfach gewesen. Das, was ich erfahre, ist alles andere als einfach, aber das Beste, was mir passieren konnte. Das Gute ist, ich muss da nicht alleine durch, denn Gott ist immer an meiner Seite. Er tröstet mich, er ermutigt mich, er fängt mich auf und gibt mir neue Kraft. 

Gott hat einen Plan für mein Leben

Ich bin der festen Überzeugung, dass Gott einen Plan für mein Leben hat. Er möchte für mich nur das Beste, weil er mich liebt. Früher hätte ich das wohl als Schwachheit und Dummheit abgestempelt, einer höheren Macht mein Leben anzuvertrauen und mich darauf zu verlassen, dass da ein größerer Plan hinter allem steckt. 

Heute weiß ich: Schwäche ist nichts, für das ich mich schämen muss, oder die ich nicht zulassen darf. Im Gegenteil, es ist essentiell diese Schwäche zuzulassen, denn nur so ist am Ende auch Heilung möglich. 

Ich glaube, wenn ich Jesus nicht in meinem Leben wüsste, wäre ich an all diesen emotionalen Herausforderungen und geöffneten Wunden schon verzweifelt. Dank Ihm habe ich gelernt was es heißt zu vergeben (sich selbst und anderen).  Ich durfte erfahren was wahre Liebe bedeutet und was es heißt wirklich zu lieben und geliebt zu werden. Was es bedeutet stark und mutig zu sein im guten Sinne. Ich habe gelernt, dass der eigene Stolz einem nur Steine in den Weg legt und das Wichtigste: Ich habe gelernt, dass ich mein Leben nicht alleine meistern muss, sondern den besten Begleiter habe, den man sich vorstellen kann. 


Outfit*

Kleid | h&m
Stiefel | Zara

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2 Comments
  • Kathrin

    Wirklich wunderbare Stiefel, ich brauche auch noch neue für meinen Urlaub im Hotel St. Leonard . Vor allem dein Text ging mir auch wirklich zu Herzen 🙂

    Liebe Grüße

    11. Januar 2019 at 15:56 Antworten

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