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15 Mrz

Schwangerschaft: Erstes Trimester

1. Schwangerschaftstrimester

Mein Herz klopfte mir bis zum Hals, ich war so nervös, als ich den Schwangerschaftstest Anfang November in meiner Hand hielt. Kleiner Fun Fact am Rande: Es war der allererste Schwangerschaftstest in meinem Leben. Eigentlich war ich mir zu dem Zeitpunkt schon relativ sicher, dass er positiv ausfallen würde, doch so richtig glauben konnte ich es noch nicht. Also machte ich den Test. Nicht mal eine Minute später war die Gewissheit da. Das kleine Plus war eindeutig. Ich war schwanger. Laut Test bereits seit 2-3 Wochen.

Mir liefen die Tränen und das Erste, an das ich mich erinnern kann, war, dass ich Gott dafür gedankt habe, dass wir jetzt ein Baby bekommen. Gerrit ahnte zu diesem Zeitpunkt nichts. Er wusste weder, dass ich überfällig war, noch dass ich deshalb einen Test gemacht habe. Ich wollte ihn überraschen.

Wie ich es ihm sagen werde hatte ich nicht geplant. Ich entschied spontan und nahm eine kleine weiße Box, legte ein Tuch rein, unter das Tuch den positiven Test und oben auf das Tuch ein Polaroid von uns, unter das ich 1+1=3 schrieb. Überraschung geglückt. Er freute sich sehr. Abends im Bett drehte er sich zu mir und sagte:” Schatz, ich realisier es jetzt erst so richtig. Wir bekommen ein Baby!” Ja, wir bekommen ein Baby!

Mein Kinderwunschprozess

Das Kind, dass jetzt bereits seit 24 Wochen in mir heranwächst, ist so ein Geschenk. Ein Geschenk, für das ich allerdings erst bereit sein musste. Ich möchte ehrlich zu euch sein und meine Geschichte erzählen und deshalb möchte ich euch auch daran teilhaben lassen, was in meinem Kopf passieren musste, um den Kinderwunsch wirklich zuzulassen.

Wenn es nach meinem Mann gegangen wäre, hätten wir schon einige Monate vorher mit der Kinderplanung begonnen. Aber ich fühlte mich irgendwie nicht so richtig bereit. Irgendwas blockierte mich. So richtig verstehen konnte ich es selbst nicht, denn noch vor ein paar Jahren, mit Anfang 20, als Gerrit und ich gerade 1 – 2 Jahre zusammen waren, konnte ich mir das so gut vorstellen und hätte am Liebsten direkt ein Kind bekommen. Damals wäre das aber einfach aus verschiednen Gründen zu früh gewesen. Ich weiß noch, wie naiv ich damals auf all das geschaut habe und wie groß die Wunschvorstellung von einem eigenen Kind war.

Und jetzt mit Ende 20 mit all den passenden Rahmenbedingungen war ich auf einmal nicht bereit? Ich verstand mich selbst nicht richtig. Rückblickend weiß ich glaube ich, warum ich mich blockiert gefühlt habe. Ich denke, es war zum einen das ganz Corona-Thema, was zu diesem Zeitpunkt so frisch da war und zum anderen der Erwartungsdruck, den ich zum einen irgendwie durch meine Mutter gespürt habe und zum anderen auch an mich selbst. Da ich ein sehr freiheitsliebender Mensch bin, habe ich an dieser Stelle dann einfach dicht gemacht. Doch wenige Monate später kam dann der Zeitpunkt an dem ich einfach dieses Gedankenkarusell hinter mir lassen konnte.

Und dann, ging alles ganz schnell

Ich weiß nicht warum, aber ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass es nicht so lange dauern würde, bis ich schwanger werde. Ich hatte immer regelmäßige Zyklen und kannte meinen Körper und dessen Signale dadurch ganz gut. Und so war es dann auch. Nach 2 Zyklen hat es im 3 Zyklus geklappt. Ich bin sehr dankbar dafür, dass es so kam. Und ich weiß auch, dass wir das Gott zu verdanken haben.

Während den ersten beiden Zyklen war mein Kopf immer noch nicht so richtig frei. Da habe ich irgendwann zu Gott gesagt, dass wenn er der Meinung ist, dass ich bereit bin, dann soll er es zulassen und ich weiß, dass es auch sein Wille ist. Erst als ich das gemacht hatte, hatte ich so richtig Frieden darüber und zack, war ich schwanger. Für mich war das eine Gebetserhörung und gab mir den inneren Frieden, den immer noch nicht so richtig hatte. Gott hat einfach immer das beste Timing.

Das ist meine Geschichte, mein Prozess, den ich gebraucht habe. Ich habe in dieser Zeit oft an die Frauen gedacht, die sich nichts sehnlichster wünschen, als endlich schwanger zu werden und fühlte mich manchmal richtig schlecht deshalb, weil ich so nicht gefühlt habe. Ich schreibe das hier so offen, weil ich weiß, dass ich mit meinen Gedanken auch nicht alleine bin und es da draußen auch Frauen gibt, denen es so geht oder ging wie mir mit dieser Entscheidung.

Appetitlosigkeit, erster Ultraschall & mein Learning

Es war nun also soweit. Ich war schwanger und ich war so glücklich und auch gleichzeitig mega aufgeregt. In den ersten 12 Wochen war die Schwangerschaft für mich ziemlich unwirklich, da es mir körperlich sehr gut ging und ich auch keine Übelkeit hatte. Was ein wenig anders wurde, war mein Essverhalten, denn ich hatte einfach weniger Appetit und vor allem hatte ich immer Lust auf gesunde Sachen, was den positiven Nebeneffekt hatte, dass ich erst mal abgenommen habe. Auf Kaffee hatte ich keine Lust mehr und ich liebte Zitrusfrüchte.

Realer wurde das Ganze für mich in der 9. Woche beim zweiten Frauenarzt-Termin. Auf dem Ultraschall war einfach ein kleines Menschlein mit mini Ärmchen und Beinchen zu sehen. Meine Ärztin sagte liebevoll kleines Gummibärchen zu dem Baby. Es war ein wunderschönes Gefühl zum ersten Mal unser Kind zu sehen und ich hatte das große Glück, diesen Moment auch mit meinem Mann teilen zu können, da meine Ärztin es erlaubt den Partner zu den Untersuchungen mitzunehmen. Worüber ich auch unendlich dankbar bin.

Meiner Familie und unseren engsten Freunden erzählten wir es schon in der 6. Woche. Es war einfacher für mich dieses große Wunder zu teilen und ich wusste auch immer, dass falls doch noch etwas schief gehen sollte, dass es auch die Menschen sind, von denen ich dann auch seelischen Beistand gebraucht hätte.

Ein großes Learning direkt am Anfang war, dass ich keine Ratgeber oder Postings lese, wo über Fehlgeburten oder andere schlimme Dinge berichtet wurde. Den Fehler hatte ich ganz am Anfang einmal gemacht und es hat mir alles andere, aber nicht gut getan. Ich möchte all den Frauen, die gerade zum ersten Mal schwanger sind raten: Hört auf euren Körper und beschäftigt euch gerade am Anfang nicht mit Themen, die euch Angst und Sorge bereiten könnten. Es führt zu nichts und es entsteht nur Unruhe in euch. So war es zumindest bei mir. Ich habe für mich auch beschlossen, dass ich mir keinen Schwangerschaftsratgeber kaufen werde, sondern, wenn ich gerne etwas wissen möchte, meine Hebamme, meine Ärztin oder meine Schwangeren Freundinnen frage. Bisher bin ich damit ziemlich gut gefahren.

Ich glaube, man kann sich wirklich verrückt machen mit einigen Themen in der Schwangerschaft. Um unpassende Kommentare oder gut gemeinte Ratschläge von anderen kommt man leider nicht immer drumrum. Es ist die Frage, wie man selbst damit am Ende umgeht. Meine Gedanken dazu sind Folgende:

“Jede Frau ist einzigartig und genau so individuell ist auch jede Schwangerschaft und jede Geburt. Das sollten wir uns immer wieder vor Augen rufen.”

Ich hoffe, euch hat meiner kleiner, persönlicher Einblick in die ersten drei Monate meiner Schwangerschaft gefallen.

1 Comment
  • Tina von Tinaspinkfriday

    Herzlichen Glückwunsch 💕
    liebe Grüße Tina

    16. März 2021 at 6:24 Antworten

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