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13 Jun

Mode als Kommunikationsmittel

Mode als Kommunikationsmittel

Wenn ich gefragt werde, was Mode eigentlich für mich ist, sage ich meist, dass es für mich eine Art der Kommunikation ist, ohne etwas zu sagen. Diese Antwort hat sich für mich immer schön, passend und irgendwie auch ein bisschen philosophisch angehört, doch was steckt eigentlich wirklich dahinter?! In meiner Bachelorarbeit habe ich mich unter anderem auch mit dem Thema  wie Mode als Kommunikationsmittel funktioniert auseinandergesetzt. Da ich dieses Thema sehr spannend un interessant finde, dacht ich es lohnt sich darüber mal einen Blogartikel zu schreiben. Ich bin vor allem sehr gespannt wie ihr dieses Thema seht.

Man kann nicht nicht kommunizieren

Schon der liebe Paul Watzlawick war der Auffassung, das Kommunikation allgegenwärtig ist, denn „man kann nicht nicht kommunizieren, denn jede Kommunikation (nicht nur mit Worten) ist Verhalten und genauso wie man sich nicht nicht verhalten kann, kann man nicht nicht kommunizieren”. So dient nämlich auch die Mode als Kommunikationsmittel, denn sie kann wie Sprache, etwas betonen, verstecken, erklären, lügen oder diskutieren.

Auch wenn ein Mensch sich nicht für Mode interessiert, nimmt er an dieser Kommunikation teil, denn jeder Mensch bedeckt sich mit Kleidung, bevor er aus dem Haus geht. Die Gesellschaft gibt das Bild eines angezogenen Mannes, einer Frau oder eines Kindes vor. So können wir eigentlich gar keine neutrale Postition zu Mode haben, denn jede Person vermitteln mit ihrem Kleidungsstil eine gewisse Zugehörigkeit zu einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe und grenzt sich zugleich von anderen Gruppen ab.

Wenn ein Mensch keinen Sinn oder keine Ästhetik für Mode oder Trends hat, wird er von Menschen, die modeinteressiert sind, höchstwahrscheinlich zu der Gruppe Menschen gezählt, die sich nicht für Mode interessieren und keinen guten Geschmack vorweisen können. Durch die Kleidung, die sie tragen, kommunizieren sie diese Botschaft an ihre Mitmenschen. Mode und Kleidung sind Äußerlichkeiten, die bei einem Erstkontakt mit einem Menschen direkt zu einem gewissen Bild der Person gegenüber führen können, ohne vorher mit diesem Menschen gesprochen zu haben. Wo wir wieder beim unschönen Thema Schubladendenken wären. Was wäre, wenn wir auf einmal alle nackt rumlaufen würden? Würde es dann dieses Schubladendenken auch noch geben? Ich glaube nicht!

Unsere Kleidung bedeckt und schützt uns. Der Schutz ist eigentlich auch die Hauptfunktion von Kleidung. Man kann also sagen, dass Kleidung nicht gleich Mode ist. Mode kann etwas über uns aussagen, kann uns zu dem Menschen machen, der wir sind oder der wir gerne sein wollen. Die Hauptfunktion von Mode ist also nicht der Schutzaspekt, sondern sozial und emotional bedingt. Kleidung ist nützlich, Mode ist oberflächlich.

Als Modebloggerin geht es mir nicht um die Kleidung. Es geht mir um die Mode. Es geht mir also um Oberflächlichkeit!? Nein, so ist es nicht. Natürlich kommuniziere ich, dass ich mich ganz Bewusst für Mode interessiere und sie einen wichtigen Teil in meinem Leben einnimmt, aber deshalb bin ich in meinem Innersten kein oberflächlicher Mensch. Mode kann also auch dazu führen, dass eine Person auf Grund ihrer Kleidung z. B. über- oder unterschätzt wird, da sie oberflächlich betrachtet wird. Denn nicht nur unmodische Menschen haben mit Vorurteilen zu kämpfen, sondern auch die Menschen, für die Mode einen wichtigen Teil der eigenen Persönlichkeit darstellt und denen Mode einfach Spaß macht.

“Trägt die ihre Klamotten auch zweimal?”

Ich möchte euch gerne noch ein Beispiel dazu aus meinem Leben erzählen. In der Schule wurde ich meist als arrogant  und eingebildet abgestempelt, weil ich mich gerne auch manchmal etwas schicker für die Schule angezogen habe, wenn mir danach war. Und damit meine ich nicht, dass ich total aufgebrezelt in die Schule gegangen bin. Ich hatte halt  auch mal einen coolen Rock, ein schönes Kleid oder ein paar schickere Schuhe mit Absatz an. Die meisten Mädels sind damals jeden Tag nur mit Sneaker, Jeans und T-Sirt rumgelaufen – ganz normal eben.

Ich möchte damit nicht sagen, dass Jeans, Sneaker und ein Shirt nicht gut aussehen und coole gestylt werden können, ich mochte es damals einfach nicht so gerne und mir persönlich war es für mich selbst zu langweilig. Meine Freundinnen haben mein Modebewusstsein schon immer an mir gemocht. Ich war auch sehr beliebt als Shoppingbegleitung und Stilberaterin. Sie haben das einfach als einen Teil von mir akzeptiert, der mich ausgemacht hat und auch heute noch ausgemacht.

In der Schule hat mich das Verhalten meiner Mitschülerinnen manchmal gestört. Ich wurde nicht gemobbt oder ähnliches, aber an Hand von Blicken und Dingen, die ich ab und an über mich gehört habe, wurde mir die Meinung, die sie über mich hatten, zuteil. Doch ich hab mich davon nicht einschüchtern lassen. Eigentlich war es mir schon immer egal was andere über mich gesagt haben, die mich persönlich gar nicht richtig kannten und auch kein Interesse daran gehabt haben mich kennen zu lernen.

Auch in meiner Abizeitung standen ein paar Dinge über mich, die ich bis heute sehr amüsant finde wie z. B. die Aussage : “Trägt die ihre Klamotten auch zweimal?” Es war schon damals sehr interessant zu sehen, dass ich nur auf meine Kleidung un mein modisches Bewusstsein reduziert wurde. So viel zum Thema Schubladendenken. Ich finde das ist ein schönes Beispiel, welche Macht Mode als Kommunikationsmittel haben kann.

Ich weiß nicht, ob diese Mädels, die mich damals wegen meiner Affinität zur Mode als arrogant und eingebildet abgestempelt haben heute anderes darüber denken, aber es ist mir auch egal. Ich bin stolz darauf, auf das was ich heute bin und wo ich heute stehe und das unter anderem meine Begeisterung für Mode mich dorthin gebracht hat.

Mode als Kommunikationsmittel 2.0

Vielleicht hat die ein oder andere von euch ja schon ähnliche Erfahrung gemacht wie ich. Mich würde es auf jeden Fall sehr interessieren, wie eure Meinung zu dem Thema, Mode als Kommunikationsmittel, ist. Also lasst mir gerne einen Kommentar da.

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