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11 Nov

Israel Reisebericht

Israel Reisebericht, Tel Aviv, Masada, Jerusalem, Travel Blog

Eines der Länder, die mich letztes Jahr am meisten beeindruckt hat, war Israel. Sechs Tage war ich im heiligen Land unterwegs und habe mich jeden Tag mehr verliebt. Meine Eindrücke und Erlebnisse möchte ich deshalb unbedingt nochmal mit euch teilen und euch hoffentlich auch Lust machen, dieses fantastische Land mal zu bereisen.

Was Du vor der Reise wissen solltest

Vor der Reise nach Israel hatte ich einige Gespräche mit Freunden und Bekannten, die bereits dort waren. Besonders die An- und Abreise am Flughafen sorgte für Gesprächsstoff. Die Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollen sind sehr streng. Wir sind von Frankfurt aus mit einer bekannten deutschen Airline geflogen und hatten hier einen normalen Sicherheitscheck. Es war nicht viel anders, als sonst auch. Es gab nur ein Gate mit eigener Sicherheitskontrolle.

Von meinen Freunden und Bekannten hatte ich andere Stories gehört. Sie sind allerdings auch mit anderen Airlines geflogen. Falls ihr euch dazu entscheidet mit einer günstigeren Airline zu fliegen, solltet ihr auf jeden Fall einen guten Puffer für die Zeit am Flughafen einplanen, da die Kontrollen bei anderen Airlines eventuell länger dauern könnte.

Bei unserem Rückflug von Tel Aviv aus, hatten wir dann auch das ganze Prozedere mit den Kontrollen vor uns. Jeder wird einem mehrminütigen Interview unterzogen direkt vor dem Check-In. Die Schlangen sind sehr lang, weil eben jeder dort durch muss. Alles aber nur halb so schlimm, man braucht einfach nur mehr Zeit und sollte das vorher wissen und einplanen.

Tel Aviv in Zahlen

439.000 Menschen leben heute in Tel Aviv (1931 waren es nur 46.000, sieben Jahre später bereits 150.000)

33 % der Einwohner in Tel Aviv sind zwischen 18 und 35 Jahren alt.

40 Jahre alt war Tel Aviv, als es 1948 mit dem 4000 Jahre alten Jaffa vereint wurde.

1200 High-Tech-Start-ups verschaffen Tel Aviv den Ruf eines “Silicon Wadi”.

60 km trennt Tel Aviv von Jerusalem

400 vegane Restaurants will die “veganste Stadt der Welt” vorweisen können

20.000 Stadthunde freuen sich über eigene Strandabschnitte und 60 Hundeparks

230.000 Quadratkilometer verteilen sich im zentralen Busbahnhof auf sieben Etagen. Damit ist er nach Neu Delhi der zweitgrößte der Welt

(Quelle: DuMont Reiseführer Tel Aviv, 1. Aufl. 2018, A. Fazekas)

Tel Aviv – zwischen den Welten

Tel Aviv war bei der Reise letztes Jahr unsere Base. Meine Travel-Partnerin war meine lieben Freundin Sina. Wir wohnten sechs Tage in Tel Aviv und haben von dort aus unsere Ausflüge, nach Jerusalem und Masada, unternommen. Wenn ich das nächste Mal nach Israel reise, würde ich allerdings eine Rundreise bevorzugen und zudem auch mehr Zeit dafür einplanen.

Unsere Reise war sehr spontan und wir hatten uns bewusst für Tel Aviv entschieden, um das Land erst mal etwas besser kennen zu lernen. In Tel Aviv treffen verschiedene Welten aufeinander. Moderne Großstadt trifft auf ehrwürdige, wunderschöne Altstadt, an der Strandpromenade könnte man auch meinen man ist gerade in LA und auf der anderen Seite sind so viele Häuser runter gekommen und baufällig. Eines war uns auf jeden Fall schnell klar: Tel Aviv hat einiges zu bieten und ist wahnsinnig abwechslungsreich. Langeweile sollten wir dort auf keinen Fall bekommen.

Aussicht von unserer Dachterrasse
Old Jaffa

Unsere Unterkunft

Wir wohnten Strandnah im Zentrum von Tel Aviv in einem süßen Aparthotel mit einer fantastischen Dachterrasse. Die Unterkunft würde ich jederzeit wieder buchen und kann sie euch nur empfehlen. Sie war sehr, sehr schön und stylisch eingerichtet und für Tel Aviv-Preise auch recht günstig. Unsere Unterkunft hieß:  LuKa 15 – By Beach Apartments TLV.

In Tel Aviv gibt es so viele tolle Hotels und und Unterkünfte. Allesamt sind mega stylisch eingerichtet und lassen jedes Interieur Herz höher schlagen. Unsere Unterkunft lag nahe dem Carmel-Markt. Wenn wir keine Lust hatten, Abends noch essen zu gehen, besorgten wir uns einfach von dort etwas. In meinem Tel Aviv Food Guide könnt ihr auch nochmal alles über den Markt und die angesagte Food Spots nachlesen.

Das älteste aktivste Hotel in Tel Aviv: Hotel Nordoy aus dem Jahr 1925

On Tour

In Tel Aviv habt ihr die Möglichkeit überall in der Stadt City-Bikes zu leihen, um schnell von A nach B zu kommen. Da die Stadt schon sehr weitläufig ist lohnt sich das sehr. Für uns war es dort das beste Fortbewegungsmittel. Es fahren aber auch viele Busse und natürlich auch Taxis.

Tel Aviv Jaffa

Einer meiner absoluten lieblings Orte in Tel Aviv ist Jaffa oder Old Jaffa. Tel Aviv war ursprünglich mal eine kleine Hafenstadt und Jaffa ist der Ursprung dieser Stadt. Kleine verwinkelte Gassen mit Sandstein Gebäuden, laden zum Stöbern ein und verleihen dem kleinen Ort ein magisches und einzigartiges Flair. In Jaffa gibt es viele kleine authentische Ladengeschäfte. Vor allem hat Jaffa auch modisch einiges zu bieten. Zusätzlich stößt man hier auch auf eine richtige Kaffeekulter. Viele kleine Restaurants und Cafés laden zum Verweilen ein und lassen das kulinarische Herz höher schlagen. In Jaffa gibt es auch richtig viele Interior Design Läden, mit wahnsinnig tollen Möbeln. Der ganz Ort ist sehr inspirierend und lädt ein Neues zu entdecken.

Hafen – Old Jaffa

Must DO’s in Tel Aviv

  • Carmel-Markt
  • Tel Aviv – Old Jaffa erkunden
  • Rothschildviertel
  • Street-Art und die Gewürze des Orients – das bunte Florentin Viertel erkunden
  • den 14 km langen Stadtstrand erkunden

Jerusalem

Zwei der sechs Tage haben Sina und ich für Ausflüge genutzt. Unseren ersten Ausflug machten wir nach Jerusalem. Von Tel Aviv aus erreicht man Jerusalem am einfachsten mit dem Zug.

Anreise von Tel Aviv

Seit letztem Jahr gibt es dort eine neue Schnellstrecke zwischen Tel Aviv und Jerusalem. Wir waren ca. in 40-50 Minuten in Jerusalem mit dem Zug. Die Züge sind wie bei uns, sie werden sogar in Deutschland hergestellt. Wie viel ein Ticket gekostet hat weiß ich nicht mehr ganz genau, es war aber auf jeden Fall sehr günstig.

Vom Bahnhof in Jerusalem fährt man dann noch ein paar Stationen mit der Straßenbahn bis Jerusalem Old Town. Wir haben übrigens nur einen Tagesausflug gemacht und haben nur die Altstadt von Jerusalem besichtigt. Beim nächsten Mal würde ich aber auf jeden Fall ein 2-3 Tage in der Stadt planen, da sie sehr viel zu bieten hat. Nur für die Altstadt reicht meiner Erfahrung nach ein Tag aus.

Die Altstadt ist in vier Viertel unterteilt: Christliches Viertel, Muslimisches Viertel, Jüdisches Viertel und Armenisches Viertel.

Christliches Viertel

Die Bekannteste Sehenswürdigkeit im christlichen Viertel ist die Grabeskirche. Dort soll nach Überlieferung der Salbungsstein liegen, auf dem der Leichnam von Jesus für die Bestattung vorbereitet wurde. Die Menschen, die dort Bilder, Kreuze, Bibeln und andere Dinge ablegen und beten erhoffen sich dadurch Gottes Segen. Sonst ist die Via Dolorosa eine der bekanntesten Straßen in der Altstadt. Hier laufen viele Menschen den Kreuzweg mit den verschiedenen Stationen des Leidensweg von Jesus.

Muslimisches Viertel

Im Muslimischen Viertel  ist der Felsen Dom, dessen goldene Kuppel über die Stadt thront, die beliebteste und zugleich auch am schwierigsten zugängliche Sehenswürdigkeit. Als nicht Muslim hat man nur zu ganz bestimmten Zeiten (meist morgens) Zutritt auf das Plateau des Felsendoms. Der Einlass erfolgt aber auch nur unter bestimmten Kleiderordnungen. Wenn ihr zu knapp gekleidet seid müsst ihr euch für ein paar Schekel ein Tuch kaufen.  Wir haben die Zeit damals leider verpasst und mussten draußen bleiben. In den Dom selbst haben ausschließlich Muslime Zutritt. Sonst herrscht im muslimischen Viertel reges Treiben und Bazar-Atmosphere.

Jüdisches Viertel

Im jüdischen Viertel ist die Klagemauer eine der Hauptanlaufstellen für Touristen und natürlich auch Gläubige Juden. Frauen und Männer beten getrennt voneinander. Die Frauen rechts, die Männer links. Einige stecken auch kleine Zettel in die Fugen der Mauer mit Gebetsanliegen oder Gelübte, die allein für Gott bestimmt sein sollen.

Neben den aufgezählten Sehenswürdigkeiten gibt es natürlich auch noch diverse andere Anlaufstellen für Touristen in der Stadt. Der Ölberg, der Kreuzweg, die Davidstadt und vieles mehr. Man sollte auf jeden Fall kein Problem mit engen Gassen haben, in denen sich viele Menschen tummeln, wenn man die Altstadt besucht. Es kann mit unter gerade bei den Hotspots ziemlich eng und kuschlig werden.

Mir hat von allen Vierteln das jüdische Viertel am besten gefallen. Dort war am wenigstens los und Architektur war sehr schön. Den besten Ausblick auf die ganze Stadt hat man übrigens vom David’s Turm aus.

Masada und das Tote Meer

Am nächsten Tag ging es dann für uns zum nächsten Ausflugsziel: die Masada Wüste und das Tote Meer. Das war zumindest unser Plan. Es sollte aber leider etwas anders kommen.

Wir haben uns einen kleinen Flitzer geliehen und sind damit erst mal froh und munter Richtung Masada-Wüste gefahren. Der Weg dorthin war sehr schön und abwechslungsreich. Im National Park angekommen, erwartete uns ein kleiner Aufstieg zu Fuß Richtung Herodes Palast bzw. eher zu dem was davon übrig ist. Der Ausblick war fantastisch und ist kaum in Worte zu fassen. Auf den Fotos seht ihr was ich meine und die Fotos zeigen nur einen Bruchteil von der Schönheit die wir dort sahen.

Auf der anderen Seite des Plateaus hatten wir den Blick Richtung Totes Meer. Von dieser Seite aus gibt es auch einen Lift zum Plateau. Mega bewegt und glücklich kamen wir nach unserem Abstieg zurück zum Auto und wollten unsere Weiterfahrt, Richtung Totes Meer, antreten.

Leider hatten wir diesen Plan ohne unser Auto gemacht. Es hatte nämlich einen fetten Nagel im Reifen und einen Platten. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass die ganze Entspannung erst mal weg war. Wir zwei Mädels alleine in der Wüste in Isreal mit Platten! Die Nerven lagen erst mal blank.

Gott sei Dank gab es in diesem National Park zwei sehr hilfsbereite Männer die uns direkt die Panik genommen und das Ersatzrad montiert haben. Außerdem haben sie uns gesagt, in welche Werkstatt wir fahren sollen. Wir waren so unendlich Dankbar für diese Hilfe. Auch die Menschen in der Werkstatt waren durch und durch hilfsbereit und freundlich. Sie haben uns die Reifen geflickt, so dass wir die Heimreise antreten konnten. Zum Toten Meer haben wir es dann leider nicht mehr geschafft. Gesehen hatten wir es von der Wüste aus, aber das Schwimmen müssen wir uns für das nächste Mal aufheben.

Leider hatten wir danach noch ziemlichen Stress mit der Autovermietung, aber auch hier haben wir dazu gelernt. Mein Tipp an euch: Wenn ihr in Tel Aviv ein Auto leiht, geht zu einer Autovermietung, die es hier auch in Deutschland gibt!

Trotz dieses kleinen Zwischenfalls hatten wir aber dennoch einen wundervollen Tag und einen traumhaften Urlaub. Israel hat so viele Facetten und ist so ein geschichtsträchtiges Land mit so viel Tiefgang und Bedeutung. Ich hoffe ich bekomme nochmal die Möglichkeit nach Israel zu reisen, denn es gibt noch einiges zu entdecken.

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