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26 Feb

Beziehungs Know-how Teil 2

Ruth Garthe

Here it is: Teil 2 des Beitrags “Beziehung Know-how”. Ich hoffe, ihr habt den zweiten Teil schon gespannt erwartet. Im ersten Teil ging es um unser großes Bedürfnis nach Beziehungen. Darum, wie wichtig Beziehungen sind, aber auch darum, dass Beziehungen nicht immer einfach zu leben sind. Neben gesunden Beziehungen gibt es eben auch die ungesunden Beziehungen. So individuell jeder einzelne Mensch ist, so einzigartig sind auch unsere Beziehungen zueinander.

Wertschätzung & Respekt

Es gibt dennoch Dinge, die für jede Beziehung, egal ob Freundschaft, Partnerschaft, Ehe, Familie oder unter Arbeitskollegen, wichtig sind. Es ist enorm wichtig dem Gegenüber mit Wertschätzung und Respekt zu begegnen, auch wenn das ab und an eine echte Herausforderung sein kann. Es gibt No Go’s, die in einer gesunden und respektvollen Beziehungen einfach nichts zu suchen haben.

Ein absolutes No Go für mich, ist zum Beispiel, über einen Menschen den ich liebe, sei es eine Freundin, mein Partner, meine Familie etc. schlecht zu reden. Ich habe in einem ehemaligen Freundeskreis einmal erlebt, wie vergiftend das sein kann und wie dadurch Menschen zu Schaden kommen können. Was ist für dich ein absolutes No Go in deinen Beziehungen?

Nächstenliebe

An dieser Stelle kommt die Nächstenliebe ins Spiel. Im christlichen Glauben ist die Nächstenliebe das höchste Gebot, das uns Gott gegeben hat:

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. (Markus 12,31a)

Was bedeutet das eigentlich? In der Aussage steht, dass du dich selbst lieben sollst, d. h. du sollst dich selbst achten und wertschätzen. Und genau so, sollst du es auch mit deinem Nächsten tun. Innere Stabilität und Selbstachtung ist quasi die Voraussetzung anderen mit Liebe zu begegnen. Dein Nächster kann in dem Fall auch ein wildfremder Mensch sein, der dich z. B. nach dem Weg fragt. Es geht hier nicht um Liebe als Gefühl, sondern mehr um das Tun.

Die Aussage über die Nächstenliebe, hat so viel Tragweite und ist essentiell für jegliches Verhalten das darauf aufbaut. Auch wenn du vielleicht nicht daran glaubst, was in der Bibel steht, oder an Gott, dieses/diese Gebot/Lebenseinstellung hast du sicher auch in einem anderen Zusammenhang schon gehört. Vielleicht hast du es dir sogar auch bereits schon zu deiner Lebensaufgabe gemacht.

Bevor ich zum Glauben gefunden habe, war Nächstenliebe für mich auch ein Begriff und ich habe es versucht so gut wie möglich umzusetzen. Die Betonung liegt auf versucht. Nächstenliebe klingt so schön und in guten Momenten ist es sicher auch einfach, seinen Nächsten zu Lieben wie sich selbst und nur das Beste für den Menschen zu wollen. Doch dann gibt es eben auch die unschönen Momente im Leben eines jeden Menschen. Was passiert, wenn dich jemand betrügt, dich verletzt, belügt, du dich ungerecht behandelt fühlst? Wie sieht es denn in diesen Momenten mit Nächstenliebe bei dir aus?

Ausgleichende Gerechtigkeit? Ist das Ok?

Denkst du, dass du einen Menschen dann genau so behandeln darfst, wie er es bei dir gemacht hat – quasi ausgleichende Gerechtigkeit? So wie du mir so ich dir? Oder bist du dann nicht einfach genau so ungerecht wie die andere Partei?

Jetzt sagst du vielleicht: “Naja, aber er/sie hat ja angefangen. Warum soll ich ihn/sie dann besser behandeln und meinen Frust nicht auslassen und ‘zurück schlagen’?”

Es ist menschlich, hier an seine Grenzen zu stoßen, aber nicht unmöglich den anderen trotzdem mit Respekt und Liebe zu behandeln. “Moment mal”, wirst du vielleicht jetzt einwerfen: “Hat sie nicht in Teil 1 geschrieben, dass man sich von unguten Beziehungen fern halten soll? Und jetzt schreibt sie, dass ich Menschen, die mich verletzen, belügen oder ungerecht behandeln, trotzdem mit Respekt und Langmut behandeln soll? Wie passt das denn zusammen?”

Das passt sehr wohl zusammen. Es bedarf allerdings sehr viel Demut. Es ist alles andere als einfach, das Ego an diesen Stellen zurück zu nehmen und trotzdem respektvoll mit anderen umzugehen. Aber du wirst einen Unterschied machen, wenn du keine neue Angriffsfläche bereit legst und mit genau so viel Ungerechtigkeit zurück schlägst, wie die Person, die dich verletzt.

Mache einen Unterschied

Wenn du dich mal wieder so richtig ungerecht behandelt fühlst, versuche mal genau das Gegenteil zu machen und den Menschen, der dir deiner Meinung nach Unrecht antut, mit Sanftmut und Respekt zu begegnen. Abartig schwer, ich weiß! Aber wenn du das schaffst wirst du einen Unterschied machen und die andere Seite wird das merken und vielleicht sogar mega verdutzt sein, wenn du dich auf dieses Streitspiel nicht einlässt. Es kann sein, dass es nicht sofort einen Unterschied macht, das kommt auf die Person und den Umstand an, aber hier ist dann Geduld gefragt. Das ist ganz schön viel erwartet, oder? Ja ich weiß, aber ich würde dir das nicht erzählen, wenn ich nicht persönlich erfahren hätte, was es bedeutet diesen Unterschied zu machen.

Die Grenzen

Versteht mich nicht falsch. Nächstenliebe bedeutet nicht, dass man alles, was einem ein anderer Mensch antut ertragen und hinnehmen muss, ohne etwas zu verändern oder dazu Stellung zu beziehen. Wenn ihr betrogen, hintergangen, oder euch Gewalt zugefügt wird, dann solltet ihr natürlich so schnell wie möglich einen Ausweg und Abstand zu dieser Person suchen. Eure eigene Selbstachtung sollte hier ganz schnell Alarm schlagen. Was ihr nicht tun solltet, ist es ihm oder ihr an dieser Stelle gleich zu tun. Denn auch wenn das unheimlich ungerecht und verletzend ist, rechtfertigt es keinen Gegenangriff.

Ein Mensch, der dir schlimme Dinge zufügt, hat oft selbst unheimlich viele Probleme und es liegt nicht an dir. Du wärst an dieser Stelle vermutlich auch austauschbar und jemand anderes würde das dann abbekommen. Schätze dich selbst, denn du bist wertvoll und liebenswert und nicht für jede Reaktion eines Menschen verantwortlich.

DU bist wertvoll, liebenswert und einzigartig

Beziehungen machen das Leben lebenswert und sind so wertvoll. Ja, das sind sie! Ich habe die beiden Artikel geschrieben, weil mir Beziehungen und Menschen sehr am Herzen liegen. Ich bin von meiner Charakterprägung her ein absoluter Beziehungsmensch. Dennoch wollte ich diese beiden Artikel nicht nutzen, um nur zu beschreiben wie unglaublich schön und rosarot Beziehungen sein können. Ich weiß, dass es da draußen viele Menschen gibt, die nicht nur schöne Beziehungen erlebt haben und das Beziehung zu leben nicht für jeden Menschen super easy ist, auch wenn sie sich danach sehnen.

Vergesse nie: DU bist wertvoll, liebenswert und einzigartig. Du bist mit Stärken und Schwächen gesegnet, die es gilt zu entdecken und daran zu wachsen. Deine Schwächen machen dich menschlich und manchmal auch angreifbar, aber sie kontrollieren dich nicht. DU kannst an ihnen arbeiten. Sei gut zu dir und wachse an deinen Herausforderungen. Liebe deine Nächsten, wie dich selbst

Ich hoffe die beiden Beiträge haben dir gefallen und du konntest etwas daraus für dich mitnehmen. Wenn du Fragen hast, vielleicht sogar den ein oder anderen Rat brauchen könntest, schreibe mir gerne eine Mail.

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