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1 Mrz

Be Not Yourself Be Someone Else

Ruth Garthe Fashion & Lifestyle Blog

Wie oft habt ihr DAS so oder so ähnlich schon von diversen Bloggern und Influencern gelesen oder gehört in den letzten Jahren: „Gerade in meiner Branche ist es gar nicht so einfach wirklich man selbst zu sein! Besonders auf Instagram wird einem so eine enorme Scheinwelt vorgesetzt, dass es manchmal  für mich nur ganz schwer zu ertragen ist. Alle sind  soooooo unehrlich, oberflächlich, kaufen sich Follower und retuschieren ihre Bilder viel zu stark.  Da kann man ja ab einem bestimmten Punkt nur noch Selbstzweifel bekommen!“

Sorry, aber das ist Bullshit!

Fakt ist: Wir alle, und damit ich eingeschlossen, mischen bei diesem ganzen Brei an Oberflächlichkeit und Schein mit! Ich selbst bin eine der Personen, die eine perfekte Welt vorgibt und andere Menschen daran teilhaben lässt. Ist es da überhaupt möglich man selbst zu sein?

Willst du etwa „Standard“ sehen?

Ruth Garthe Fashion & Lifestyle BlogDiese Welt würde nicht existieren, wenn wir alle wir selbst wären, weil es niemanden interessieren würde! Die Psyche eines Menschen spielt dabei eine ganz entscheidende Rolle. Wir wollen diese rosa Scheinwelt nämlich sehen, wir wollen gar nicht das stinknormale Leben eines Menschen sehen! Warum? Weil die meisten es selbst jeden Tag führen. Dieses Leben ist ja nichts neues, nicht spannend, denn es ist einfach Standard! Und wer will schon Standard sehen?

Oder warum sind so viele Mädels und Jungs so erfolgreich mit dem was sie uns jeden Tag präsentieren? Bestimmt nicht weil sie jeden Tag Bilder von sich auf der Couch, ungeschminkt in Gammel-Look und mit fettigen Haaren hochladen.

Ein Leben, wie es Instagram zeigt, ist wirklich nur für ein paar privilegierte Person Realität und auch bei diesen Personen sieht das Leben auf ihren Bildern wahrscheinlich glamouröser aus, als es wirklich ist!

Eine sehr erfolgreiche Bloggerin bzw. Youtuberin hat dazu sogar mal ein Experiment gemacht. Ich weiß nicht mehr wie sie heißt, aber sie hat angefangen ihren Follower jeden Tag nur noch die ungeschminkte Wahrheit zu zeigen. Sie hat richtige Problemhaut, die man unter dem vielen Make-Up, was sie sonst trug, nicht erahnt hätte.

Passiert ist Folgendes: Sie hat massenhaft Follower verloren und irgendwann nur noch Hasskommentare geerntet.

Business as usual

Und warum machen wir das Ganze? Warum zeigen wir uns von dieser oberflächlichen Seite? Weil wir alle – bewusst oder unbewusst – ein Business und somit eine Marke aufbauen! Wir bedienen mit unserer Art der Darstellung einen ganz bestimmten Markt.

Blogger und Influencer sind Unternehmer, auch wenn sie es nur neben bei machen und nicht hauptberuflich. Wir erschaffen uns einen Markt und betreiben Marketing. Genauso wie es alle anderen Unternehmen auch tun. So wie die Sportmarke Nike oder die Automarke Audi ein bestimmtes Images erschaffen haben, tun wir das in kleineren Dimensionen auch über Instagram, Facebook, YouTube und unseren Blog!

Business & Authentizität

Jetzt ist es aber so, dass man als Blogger oder Influencer eine gewisse Authentizität an den Tag legen muss, um erfolgreich zu sein! Im Klartext heißt das 80 % Schein und 20 % Sein! Die Scheinwelt macht den Hauptteil aus, aber wir müssen trotzdem auch zeigen, dass wir auch nur Menschen sind! Das beste Tool dafür ist mittlerweile wohl Insta-Stories oder Snapchat. Hier haben wir die Möglichkeit unsere „wahre“ Seite zu zeigen! Denn ein bisschen ungeschminkte Wahrheit und Gammel-Look macht uns dann schon wieder interessant.

Aha! Sie kann nicht nur schöne Bilder posten, sondern ist auch noch sympathisch und ich kann mich mit ihr identifizieren!

Sind wir mal ehrlich: Dieses „ich zeige euch heute auf Insta-Stories wie ich ungeschminkt aussehe und welchem Pyjama ich heute trage“ machen die meisten auch nicht, weil es Ihnen soooooo viel Spaß macht, sondern weil es einfach in das Konzept mit reingehört. Einige haben es vorgemacht, die anderen machen es nach. Und warum? Weil es nun mal gut ankommt und sehr effektiv ist.

Ruth Garthe Fashion & Lifestyle Blog

Be NOT Yourself be some else!

Be yourself not some else! Dieser Spruch funktioniert meiner Meinung nach in dieser Instagram-Blogger-Influencer-Welt nicht! Und muss er auch gar nicht, denn es geht nicht darum man selbst zu sein! Es geht einfach darum, eine Marke und ein Image aufzubauen.

Ich habe den Artikel heute verfasst, weil ich es leid bin, dass sich viele immer als Opfer dieser digitalen Welt darstellen. Wir tragen alle dazu bei, dass diese Welt so ist wie sie ist, denn wir ALLE machen mit! Egal ob Blogger, Influencer, Youtuber oder die Konsumenten, denn die schauen sich das Ganze auch tagtäglich an!

Ich bin sehr gespannt, wie ihr das Ganze seht. Lasst mir gerne einen Kommentar da!

7 Comments
  • Sophia

    Stimme dir 1:1 zu! Und ich finde auch, dass es nicht schlimm ist, dass es diese Scheinwelt gibt. Wenn man weiß wie man damit umgeht, dann kann man davon profitieren. Perfekt inszenierte Urlaubs Bilder, geben Motivation zum harten Arbeiten – ein Blogger der auf der Couch ganz authentisch liegt nicht wirklich!
    Und so ist das in allen Bereichen – es hat doch auch einen Grund, warum in Rezeptbüchern alles schön aussieht und nicht wie eine gemanschte Pampe – es soll inspirieren! Und das sind auch Blogger – Inspiration und das geht eben nur mit schönen, perfekten Dingen.
    xx, Sophia
    http://www.lovelygirlyrosy.de

    1. März 2017 at 14:14 Antworten
  • C'est Levi

    Liebe Ruth,

    du hast vollkommen recht, mit dem was du schreibst.

    Niemand möchte denn Alltag sehen. Alle wollen schöne Looks und tolle Urlaubsbilder sehen. Es ist schwer dabei seinen echter Charakter zum Vorschein zu bringen. Denn das Leben sieht halt anders aus.

    Hab einen schönen Tag und liebe Grüße
    Katja

    http://www.cestlevi.blog | Follow me on Instagram

    2. März 2017 at 4:32 Antworten
  • Amina Lehmann

    Hallo Ruth,

    hmmmmm….ich habe jahrelang eine Maske getragen, wenn ich jeden Morgen zu meinem Job aufgebrochen bin, das war nicht mehr ich. Jetzt als Bloggerin und Freigeist bin ich aber ich. Verrückt , Laut ehrlich….ich verherrliche nichts mehr….ich mache mit seelisch nackig und es tut mir gut. Ob die Menschen das lesen wollen, entscheiden sie selbst. Aber ich mag es garnicht, wenn sich Menschen verstellen um beliebter zu werden.
    Die richtige Mischung macht’s und das ist ja gerade in unserer heutigen Onlinewelt das Schöne – jeder kann machen, was er möchte und findet seine Follower, in welcher Nische auch immer…
    P.S. sehr schöner Artikel und das Blogdesign ist amazing…. LG Amy

    2. März 2017 at 13:01 Antworten
  • Leni

    Ich finde der Text ist super interessant zu lesen!
    Und bis zu einem gewissen Punkt gehe ich da auch mit dir mit, Instagram ist nicht auf Authentizität ausgelegt und soll es meiner Meinung nach auch gar nicht sein. Als Blogger ist das halt eine Plattform, auf der man sich darstellen kann. Und das wollen wir natürlich alle möglichst gut! Natürlich poste ich da eher kein Foto, das nicht schön ist und das finde ich auch voll in Ordnung so. Im realen Leben decke ich meine Pickel ja auch ab, bevor ich rausgehe, da sollte ich das im Internet genauso dürfen.
    Allerdings finde ich, dass man trotzdem noch man selbst sein kann. Man sollte sich nicht verstellen, klar präsentiert man ein aufgebautes Image, aber wenn man dadurch nur ein 0815 Mensch ist, der total langweilig ist, nee danke.
    Liebe Grüße,
    Leni 🙂
    http://www.sinnessuche.de

    2. März 2017 at 17:09 Antworten
  • Maja

    Hey Ruth,
    ich denke, der Text trifft punktgenau auf diese ganzen sog. „Influencer“ und, so wie du schreibst, auch auf dich zu. Klar, könnt ihr nicht ihr selbst sein, weil das wie du sagst, niemanden interessieren würde. Aber wie schade ist das. Ihr erschafft euch eure Scheinwelt für andere, müsst aber selbst darin leben. In einem Vortrag von vera birkenbihl, erklärt sie, wie sehr sich ein Mensch in seine selbst aufgelegte Rolle reinsteigern kann. Das Gehirn kann irgendwann Scheinwelt und Realität nicht mehr auseinander halten.
    Vllt kannst du uns ja irgendwann mal erzählen wie sich das auf die Psyche auswirkt.
    Meine Meinung dazu ist: ich bin lieber mein glückliches selbst, das Bilder aus seinem echten Leben posten und sich dann wirklich darüber freuen kann, wenn 50 echt Freunde die Bilder toll finden, als irgendeine fremde Person, mit oberflächlichen, gestellten Bildern (die mittlerweile mehr Standard sind, als alles andere) nur um Kohle und Likes von Leuten, die ich nie gesehen habe, zu generieren. ✌🏻

    3. März 2017 at 20:37 Antworten

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